Halbjahresberichte

Tiere im Notstand

Bericht 1. Januar – 31. Mai 2020

 

Eigentlich begann das Jahr 2020 sehr vielversprechend für den Verein. Dank unserer grossen Schutzengel-Aktion war es möglich, 2 Hunde aus dem überfüllten staatlichen Canile (Tierheim) zu holen, ärztlich behandeln zu lassen und ihnen ein neues schönes Daheim zu suchen. Sabine und Röbi flogen in Begleitung von Michèle nach Sardinien und holten Chivas (3 jährig) und Moses (16 jährig) aus dem Canile. Moses Gebiss musste saniert und mehrere faule Zähne gezogen werden, altersbedingt gab es zudem etliche  gesundheitliche Baustellen. Moses verbrachte unglaubliche 14 Jahre seines Lebens in diesem tristen Tierheim.

 

Eine Woche später folgte Gamze.  Die zwei jungen Frauen, Michèle und Gamze kümmerten sich rührend um die Hunde, am Ende ihres Einsatzes durften beide Hunde und auch zwei Katzen mitfliegen. Ein fürsorgliches Zuhause erwartete alle. Den Tieren geht es prima, der alte Moses ist aufgeblüht und verbringt seinen Lebensabend bei Nadja und Peter. Wir danken den Beiden, aber auch allen Menschen, die unseren Schützlingen die Chance auf ein dringend benötigtes, liebevolles Zuhause geben und ihnen damit eine gute Zukunft schenken.

 

Auf unserer Auffangstation Isola Felice waren inzwischen das günstig erworbene Mobilheim, sowie ein ebenfalls alter Wohnwagen eingetroffen. Das Mobilheim dient nun als Krankenstation der Isola Felice, der Wohnwagen als Unterkunft für die Katzen. Die Fertigstellung des ersten Geheges der Isola Ende letzten Jahres war ein grosses Glück, denn Anfangs Januar wurde bereits eine Strassenhündin mit 4 Welpen aufgegriffen. Diese Hundefamilie zog ins neu erstellte Gehege ein.

 

Es war eine turbulente Zeit, denn kurz darnach erhielten unsere Helferinnen einen Anruf, dass 2 Welpen an einer Hauptstrasse gesichtet wurden. Vermutlich ausgesetzt.

Sie durften zu Franco auf Pflege und später wurden sie von ihm adoptiert.

Leider blieb es nicht dabei. Fahrende hatten ihre 3 Hunde in einem winzigen Gehege ohne Betreuung zurückgelassen. Angela holte die drei. Genau das Gleiche erlebten wir schon letztes Jahr.

 

Glücklicherweise blieben die zwei jungen Frauen, Gamze und Michèle einige Zeit in Sardinien, betreuten die 8 Hunde und kümmerten sich zusätzlich sehr liebevoll um Chivas und Moses. Ohne die Hilfe der beiden hätten wir das alles nicht bewältigen können. Herzlichen Dank an Gamze und Michèle.

 

Alle Tiere konnten vermittelt werden, die Flüge waren am 21. März und am 17. April gebucht. Zusätzlich planten wir einen erneuten Arbeitseinsatz von 10 – 17 April auf der Isola. Was dann passierte wissen wir alle. Covid-19 machte all unsere Pläne und Vorbereitungen zunichte. Die Tierschützerinnen, die ja in Sardinien unter Hausarrest standen, durften nur mit Genehmigungen das Haus verlassen um die Hunde, aber auch die zahlreichen Katzenkolonien zu betreuen. Was diese Frauen geleistet haben und noch immer leisten ist unbezahlbar.

 

Die Hunde werden bei nächster Gelegenheit ausgeflogen, von ihren zukünftigen Besitzern auf italienischem Gebiet in Empfang genommen und selbstverständlich ordentlich verzollt.

Aber nicht nur Hunde, sondern auch 7 Katzen warten sehnlichst auf ihre Ausreise in ihr neues Zuhause. Weil das Katzengehege von den Hunden belegt ist, sind die Katzen bei unseren Helferinnen privat untergebracht. Den Pflegestellen dieser Tiere in Sardinien sei herzlich gedankt.

 

Nicht zu vergessen ist Maja, die Hündin eines Schäfers, die wir letztes Jahr, zusammen mit ihren Welpen aufgenommen hatten. Maja wurde inzwischen kastriert und es stellte sich heraus, dass sie, sowie 2 ihrer Welpen an Ehrlichiose erkrankt war. Ehrlichiose ist mit einer 4wöchigen Therapie gut behandelbar, der Schäfer wollte Maja aber zurück haben. Wir übergaben sie mit der Auflage, die Medikamente regelmässig und vorschriftsgemäss zu verabreichen.  Auch in Sardinien darf man Tiere, die einen Besitzer haben, nicht ohne dessen Einwilligung behalten. Dies fällt, wie in diesem Fall, nicht immer leicht.

 

Leider wurden bei einer unserer Katzenkolonien sämtliche Tiere getötet. In dieser, mit viel Liebe aufgebauten und betreuten Kolonie, wurden ungefähr 50 Katzen gefüttert, kastriert und wenn nötig ärztlich versorgt. Nur 3 – 4 der scheusten Tiere überlebten das Massaker. Jahrelange Arbeit wurde mit einem Schlag zunichte gemacht, zurück bleibt eine grosse Trauer, aber auch Ohnmacht.

 

Anfangs Mai fanden unsere unermüdlichen Helferinnen eine behinderte Katze bei einer der  Futterstellen. Sie war hochtragend, und auf einem Auge vollständig erblindet. Für diese kleine Katzenfamilie, aber auch für z. B. frisch kastrierte Katzen wurde innerhalb des grossen Katzengeheges auf der Isola Felice zusätzlich ein kleineres erstellt. Mit Spannung erwartete man die Geburt der Kitten und Ende Mai war es dann soweit. 5 wunderschöne Babys erblickten das Licht der Welt. Eines war leider zu schwach, es überlebte die erste Nacht nicht. Es sollte aber nicht namenlos gehen, deshalb gaben sie ihm den Namen Faether. Das winzige Kätzchen war so klein und leicht, dass der Name Feder passend war. Es wurde liebevoll auf der Isola Felice begraben.

 

Seit die Ausgangssperre aufgehoben wurde finden unsere Helferinnen jeden Tag kleine, ausgesetzte Kätzchen. Die Krankenstation und die Aussengehege für die Katzen der Isola Felice füllen sich schnell. Das Elend der Katzen ist, trotz unseren rigorosen Kastrationsaktionen, fast nicht zu ertragen. Es fehlt an der Einsicht der Leute ihre Katzen kastrieren zu lassen. Sehr oft werden unerwünschte Kleine einfach ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen.

 

Das grosse Hundegehege wird bald fertig gestellt. Dieses Projekt verlangt uns finanziell etliches ab. Sobald es die Situation zulässt wird uns ein zweiter Wohnwagen - diesmal für das Hundegehege - geschenkt. Wir müssen nur für die Transportkosten aufkommen. Herzlichen Dank an Nadja und Peter.

 

Unseren Spendern, die uns mit Geld, Futter oder Materialien unterstützen sei von ganzem Herzen gedankt. Ohne eure Hilfe wäre dieses Projekt Isola Felice, trotz grosser Opfer unsererseits nicht möglich gewesen. Es mangelt noch an Vielem, besonders an Strom. Die Diskussionen hierzu laufen. Wir müssen mit mindestens 1500 Euro für die Installationen und das Legen der Leitungen rechnen.

Anfangs September ist ein erneuter Arbeitseinsatz von Freiwilligen auf der Isola Felice geplant.

 

Wir danken allen Paten unserer Tiere. Ihr habt mitgeholfen die unvorhergesehene Covid-19 Zwangspause schadlos zu überstehen, und dafür zu sorgen, dass alle Tiere genug Futter bekamen, ärztlich versorgt und wenn nötig kastriert werden konnten. Ein besonderer Dank geht an euch, liebe Paten.

 

Es fallen, sobald der Flugbetrieb wieder möglich ist etliche Patenschaften weg, weil die Tiere glücklicherweise ein Daheim gefunden haben. Ich bitte euch daher sehr, eure Patenschaft  einem anderen Tier zu schenken. Nur so ist eine Fortführung der Isola Felice auf dieser Basis möglich.

 

Es heisst wie immer: Gemeinsam sind wir stark

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer und hoffen weiterhin auf ihre Hilfe.

Lieben Dank.

 

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