Halbjahresberichte

Dezember 2019

Eigentlich wollte ich Ende Juni meinen letzten Bericht verfassen.  Aber da es so viel Erfreuliches zu berichten gibt, entschloss ich mich zu diesem nun definitiven letzten Bericht, bevor mein Nachfolger diese Aufgabe übernimmt.

Das Jahr 2019 war für uns turbulent und aufregend, aber weitestgehend positiv. Für 38 Katzen und 30 Hunde haben wir ein neues Zuhause und somit eine Chance auf ein glückliches  Tierleben gefunden. Bei 80 Tieren konnten wir weitere sinnlose Vermehrung verhindern, indem wir sie kastrieren und ärztlich versorgen liessen.

Aber auch trauriges begleitete uns durch das Jahr. So musste der kleine FelV-Kater Bilbo leider kürzlich erlöst werden, nachdem die Krankheit ganz plötzlich und heftig ausbrach. Für den fröhlichen anhänglichen kleinen Kater gab es keine Hilfe mehr.

Auch für unseren armen Hubertushund Ugo kam leider jede Hilfe zu spät. Er hatte sich schon ganz alleine bei den richtigen tierliebenden Menschen um Hilfe bemüht, indem er sich im offenen Korridor in ein Katzenkörbchen legte und dieses nicht mehr verlassen wollte. Man sah, dass der Hund krank war. Eine Untersuchung ergab, dass er positiv auf Leishmaniose und Filariose getestet und wahrscheinlich deshalb erkrankt war.  Trotz bester Pflege und Aufenthalt in der Tierklinik ist Ugo leider verstorben.

Dafür hat sich unser tapfere Emilio, der rote Kater, welcher schwer verunglückt war und dessen Fleisch am Hinterbein bereits zu faulen begann, als wir ihn fanden, dank seines Lebenswillen und einem Fixateur extrem grossartig erholt. Leider wurde Emilio positiv auf FiV getestet. Ein stattlicher und stolzer Schmusetiger ist aus ihm geworden und nun hat er sogar Aussicht auf ein Zuhause! Dies zusammen mit seiner Freundin Nerina. Wisst ihr noch? Das arme Mädchen, welches mehr tot als lebendig an einer Müllablage gefunden wurde. Sie hatte vor lauter Hunger Plastik gefressen und wurde dadurch vergiftet. Nachdem Ultraschall und ein Röntgenbild die Ursache klarstellten, konnte ihr zum Glück, auch mit den entsprechenden Medikamenten schnell geholfen werden. Nun fehlt nur noch das richtige Zuhause zum grossen Glück der beiden. Drückt die Daumen dass es klappt.

Die Kater Musty, Kasimir und Wölkchen haben ebenfalls in ein schönes Daheim ziehen können und bereiten ihren Besitzern viel Freude.

Viele wissen bereits durch Facebook und Instagram, dass es uns tatsächlich gelungen ist, ein rund 3000 m2 grosses Stück Land zu kaufen. Eine grössere Spende hat uns hier den Weg geebnet. Wir organisierten im Herbst eine freiwillige Arbeitswoche auf Sardinien. Wir arbeiteten alle gewaltig für unseren Traum, die ärmsten der armen Tiere endlich von der Strasse zu holen und ihnen ein sicheres Refugium zu bieten, bis ein geeignetes Daheim gefunden wird. Ein zusätzlicher zinsloser Kredit half dabei, grosse Maschinen und entsprechende Helfer zu beauftragen, das Grundstück zu roden und sicher einzuzäunen, sowie ein grosses Eingangstor aufzustellen. Ein alter Baucontainer dient inzwischen als wetterfester Lagerraum für Futter, Zubehör und medizinisches Material. Auch das erste Katzengehege wird bald fertiggestellt. Mit Hilfe eines alten Wohnwagens als Rückzugsort der Katzen wird dieses Gehege schön und zweckmässig für die kleinen Streuner, die nie ein gemütliches Dach über dem Kopf hatten.

Aber trotz allem was wir bereits geschafft haben, fehlt es noch überall an Infrastruktur, auch an weiteren Gehegen für Hunde, Welpen oder kranke Tiere die separat gehalten werden müssen. Wir haben noch keinen Strom, kein fliessendes Wasser. Behelfsmässig kauften wir einen gebrauchten 1000 Liter Wassertank der nun die Grundversorgung ermöglicht, aber keine langfristige Lösung ist. Die „Isola Felice“, glückliche Insel, liegt in der Landwirtschaftszone und es gibt Grundwasser. Die Bohrung und Installation des Brunnens ist mit etwa 6000 Euro sehr teuer und muss daher leider noch warten. Den Strom werden wir von der Gemeinde beziehen, jedoch kostet der Anschluss und die Installation nicht wenig Geld, auch werden dann monatlich wiederkehrende Gebühren fällig.

Während unserer Arbeitswoche wurde auch eine Hündin mit sieben Welpen gefunden. Die Kleinen machten einen sehr verwahrlosten Eindruck und waren extrem scheu. Die Mutter, eine bildschöne weisse Schäferhündin, zeigte sich jedoch zutraulich und liess sich gerne streicheln. Jeden Abend ging es nun auf Welpenfang. Fünf Welpen wurden wir habhaft, wobei sich einer aus grosser Angst heraus wehrte und Petra durch einen Biss an der Hand erheblich verletzte. Einen kleinen Hundebub und eine kleine Hündin mussten wir zurücklassen. Es brach uns das Herz, aber es war einfach unmöglich sie in die Box zu bekommen. Die fünf anderen Welpen wurden in eine befreundete Auffangstation gebracht, gesund gepflegt und alle sind inzwischen sehr gut vermittelt.

Das Muttertier Maja, wie wir die schöne Schäferhündin nennen, gehört einem Schäfer. Er hat, bis wir Maja mitnehmen wollten, vehement bestritten, dass sie und die Welpen zu ihm gehören. Erst als die Welpen weg waren, sagte er uns, Maja wäre seine beste Schäferhündin. Wenigsten durften wir sie kastrieren und auf Krankheiten testen lassen. So wurde festgestellt, dass Maja, wie ihre Welpen, an Ehrlichiose litt. Alle wurden entsprechend ärztlich behandelt, geimpft und entwurmt. Der Schäfer wird hoffentlich die Vorteile erkennen und seine Hunde in Zukunft kastrieren lassen. Hätten wir hier nicht eingegriffen, wären wohl alle Welpen jämmerlich gestorben.

Unsere bisherige Katzenstation war meistens so überbelegt, dass auch Katzen, für die schon ein Daheim in Aussicht stand, auf der Strasse bleiben mussten. Dabei wurde unsere bildschöne weisse Neve angefahren und tödlich verletzt. Um solche Dramen künftig zu vermeiden, haben wir das Land gekauft und sind mit aller Dringlichkeit dabei, mehrere Gehege zu bauen.

Wir werden auch im Jahr 2020 wieder freiwillige Arbeitseinsätze in Sardinien arrangieren um mit den Arbeiten voran zu kommen. Für diese teils körperlich schwere Arbeit suchen wir freiwillige Helfer/innen. Auch Gönner oder Einzelspender sind herzlich willkommen. Denn nur mit eurer Hilfe und einer fertigen Isola Felice können wir dafür sorgen, dass kein Tier mehr abgewiesen und elend auf der Strasse sterben muss.

Wie immer heisst es: Gemeinsam sind wir stark

Wir wünschen Ihnen von Herzen ein frohes, gesundes glückliches 2020 und hoffen weiterhin auf ihre Hilfe.

Im Namen des Vereins TIERE IM NOTSTAND danke ich herzlich

Margrit Rohr

Spenden an:

 

Tiere im Notstand

Rothüsliweg 1

8200 Schaffhausen

 

Aarg. Kantonalbank Aarau

IBAN CH67 0076 1576 1159 1299 1

 

Oder online via Paypal

 

www.tiereimnotstand.ch

 

Im Namen des Vereins Tiere im Notstand danken wir herzlich.

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